Auch wenn das gesamtwirtschaftliche Umfeld unsicher ist, bleibt die deutsche Bauindustrie optimistisch: Thomas Bauer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, wird sich das Umsatzwachstum im deutschen Bauhauptgewerbe zwar deutlich verlangsamen, die Unternehmen könnten aber immer noch mit einem leichten Umsatzzuwachs von nominal 2,5 Prozent, real 1 Prozent rechnen.
Im Jahr 2011 waren die Umsätze so stark gestiegen wie seit 1994 nicht mehr; das Umsatzplus hatte nominal 9,5 Prozent, real 6,5 Prozent betragen.
Die Wirtschaftsbauprognose für 2012 sei mit großen Unsicherheiten verbunden, glaubt Bauer. Zwar zeichneten die Frühindikatoren – Auftragseingänge wie Baugenehmigungen – nach wie vor ein positives Bild; die Branche wisse jedoch aus Erfahrung, dass der Wirtschaftsbau sehr viel schneller auf konjunkturelle Schwankungen mit dem Abbruch von Vorhaben und dem Einfrieren von Baugenehmigungen reagiere als etwa der Wohnungsbau. Bauer geht trotzdem von einem Umsatzplus von nominal 3 Prozent (2011: +11 Prozent) aus.
Dagegen müsse sich die Branche 2012 auf einen Rückgang der Umsätze im öffentlichen Bau einstellen. Alle Frühindikatoren signalisierten für das neue Jahr Umsatzverluste. Die Konjunkturprogramme, die 2011 den öffentlichen Bau noch mit rund 6 Milliarden Euro gestützt hätten, seien endgültig ausgelaufen. Neue konjunkturstützende Maßnahmen seien mit Blick auf die Staatsschulden selbst bei einem Konjunktureinbruch nicht zu erwarten. Zudem zwinge die europaweite Zuspitzung der Staatsschuldenkrise Bund, Länder und Gemeinden auf längere Sicht zu äußerster Sparsamkeit. Die deutsche Bauindustrie gehe deshalb davon aus, dass die Umsätze im öffentlichen Bau 2012 um nominal 2,5 Prozent zurückgehen werden (2011: +4 Prozent).
Artikel teilen auf ...




